Venenproblemen vorbeugen

Der Großteil der Bevölkerung leidet einmal im Leben unter Venenbeschwerden. Die Symptome reichen von kleinen, harmlosen Besenreisern über unschöne, dicke Krampfadern bis hin zur venösen Insuffizienz, die im schlimmsten Fall sogar einen operativen Eingriff erfordern. Frauen sind weit öfter von Venenproblemen betroffen als Männer. Hintergrund dafür ist das von Natur aus weichere Bindegewebe, außerdem wirkt jede Schwangerschaft belastend auf die Venen, da die Hormonproduktion gesteigert wird und mehr Gewicht auf den Beinen lastet. Eine schmerzhafte Komplikation im Zusammenhang mit Krampfadern ist die Venenentzündung. Dabei wird Blut in der Vene ungewollt angestaut und kleine Blutgerinnsel entstehen. Dabei wird die Venenwand gereizt und es kann zu einer Entzündung kommen. Venenentzündungen treten nicht nur in den Beinen auf, es kann zum Beispiel auch bei Venenverweilkathedern im Arm zu Komplikationen kommen. Diese Art von Kathedern wird Patienten gesetzt, die für längere Zeit Medikament intravenös verabreicht bekommen. Die Neigung zu Venenproblemen liegt in der Familie, leiden bereits Mutter oder Großmutter an Krampfadern, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch Kinder und Enkel damit konfrontiert sind.

Venengesundheit im Alltag fördern
Neben dem vererblichen Aspekt trägt auch ein ungesunder Lebensstil zur Entstehung von Krampfadern bei. Eine der Hauptursachen für Krampfadern und Besenreisern ist Übergewicht. Je mehr Gewicht auf den Beinen lastet, umso mehr Druck wird auf die Venen ausgeübt. Viele Menschen bewegen sich viel zu wenig. Unser Körper ist eigentlich darauf ausgerichtet, mehrere Stunden pro Tag in Bewegung zu sein. Beim Gehen und beim Sport wird die Blutzirkulation angeregt, somit kann das Blut aus den Venen gut abtransportiert werden und es kommt zu keinem Rückstau. Selbst für beruflich sehr engagierte Menschen ist es möglich, Bewegung in den Alltag zu integrieren. Man muss nicht unbedingt einen Marathon laufen, um die Venen gesund zu erhalten. Einfache Übungen lassen sich auch zwischendurch im Büro durchführen. So kann man zum Beispiel zwischendurch kurz auf der Stelle gehen oder sich für fünf Minuten eine Auszeit nehmen, um zum Beispiel mehrmals in den Zehenstand zu gehen oder einige Kniebeugen zu absolvieren. Greifbewegungen mit den Zehen lassen sich unbemerkt jederzeit unter dem Schreibtisch durchführen. Wer seinen Venen etwas Gutes tun möchte, stellt den Wecker um fünf Minuten früher und radelt mit beiden Beinen in der Luft. Im Liegen bietet es sich auch an, die Zehen abwechselnd zu beugen und zu strecken. Leicht gegen das Bettende oder einen anderen Widerstand zu treten wirkt ebenfalls förderlich. Als Risikogruppe für Venenprobleme gelten besonders jene Personen, die in ihrem Beruf viel stehen müssen. Als Ausgleich dazu sollte man versuchen, die Beine so oft wie möglich hoch zu lagern und sich im wahrsten Sinne des Wortes die Beine zu vertreten. Jegliche körperliche Aktivität wirkt vorbeugend gegen Krampfadern, dabei muss es sich nicht um Leistungssport handeln. Lange Wanderungen in der Natur und flotte Spaziergänge sorgen für besseren Blutfluss. Joggen, Schwimmen oder Radfahren sind ideale Sportarten, um Krampfadern gar nicht erst entstehen zu lassen. Als positiven Nebeneffekt bei Ausdauersportarten darf man sich über eine langsame Gewichtsreduktion freuen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man sich regelmäßig zum Sport motiviert.

Was tun bei Beschwerden?
Machen sich bereits kleine Besenreiser bemerkbar, kann man mit einigen Maßnahmen gezielt dagegen ankämpfen, dass sich größere Krampfadern entwickeln. Neben täglicher Bewegung und den oben erwähnten Übungen zur Durchblutungsförderung sollte man zwischendurch die Beine hochlagern, um die Beine zu entstauen. Sucht man einen Arzt auf, werden als erste Maßnahme oft Kompressionsstrümpfe verschrieben. Durch den permanenten Druck der Strümpfe wird der Abtransport des Blutes beschleunigt, außerdem verringert sich die Breite der Blutgefäße. Güsse mit kaltem Wasser oder eine Kneippkur wirken ebenfalls wohltuend bei bestehenden Beschwerden.

Bild:  Maria Kaloudi / freeimages.com

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